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Orthomolekulare Medizin

 

Orthomolekulare Medizin –Vorbeugung und Heilung

 

Die Orthomolekulare Medizin ist eine Disziplin, die in den USA bereits 1978 als offizielles Heilverfahren in die Medizin eingeführt wurde. Seit einigen Jahren wächst auch in Europa die Zahl der orthomolekularen Therapeuten. Wie wirkt diese Therapieform, deren Prinzip beeindruckend einfach und logisch ist? Inwieweit kann sie Krankheiten erfolgreich vorbeugen und behandeln? Viele Erkrankungen entstehen durch einen Mangel oder ein Ungleichgewicht an Vitalstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Enzyme, Fettsäuren). Das Ziel der orthomolekularen Therapie ist es, dem Organismus diejenige Menge an Nährstoffen konzentriert zuzuführen, die eine Eigenregulation wieder herstellt. Die Orthomolekulare Medizin verwendet also ausschließlich Substanzen (Moleküle), die natürlicherweise im menschlichen Organismus vorhanden sind und benötigt werden. Der Ausdruck "orthomolekular" wurde 1968 von dem Biochemiker Linus Pauling geprägt: "Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind." Und weiter: "Das Wort orthomolekular kann eventuell als griechisch-lateinisches Mischwort kritisiert werden. Ich habe jedoch kein anderes Wort gefunden, welches ebenso gut die Idee von den richtigen Molekülen in den richtigen Mengen ausdrückt."

 

Körpereigene Regulationsmechanismen in Gang setzen

 

Die Orthomolekulare Medizin ist keine "alternative Medizin" sondern basiert auf wissenschaftlichen, nachvollziehbaren, medizinischen und biochemischen Grundlagen. Das Besondere an dieser Therapieform ist, dass nicht Arzneimittel, welche Symptome einer Erkrankung unterdrücken, Verwendung finden sondern Substanzen, welche im Idealfall die Ursache einer Erkrankung beseitigen.

Natürlich ist auch die Orthomolekulare Medizin keine Wundertherapie. Doch sie kann in sehr vielen Fällen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass körpereigene Regulationsmechanismen (z. B. reagiert unser Körper auf einige Infekte mit Fieber) und Selbstheilungskräfte in Gang kommen, die eine Therapie mit oftmals nebenwirkungsreichen Arzneien überflüssig macht. Aber auch andere Therapieformen können durch Unterstützung der Nährstofftherapie wirkungsvoller werden. Nehmen wir das Beispiel der zunehmenden immunologischen Schwächen, mit denen insbesondere unsere Kinder zu kämpfen haben. Die Folgen einer reduzierten Immunlage sind z. B. häufig wiederkehrende Infekte. In vielen Fällen beruht dieses Phänomen auf einer schlechten Versorgung mit dem Metall Zink. Die durch Zinkmangel in Form von ständigen Erkältungen, Mittelohrentzündungen, Pilzinfektionen oder anderen Infekten können nicht mit Antibiotika richtig und ursächlich behandelt werden. Hier hilft zur Beseitigung der Ursache eine Zinkeinnahme. Sind nun gerade in der Initialphase, also am Anfang, der orthomolekularen Therapie andere Arzneimittel - ganz gleich, ob allopathische oder naturheilkundliche - notwendig, wird jeder leicht feststellen können, dass diese Mittel plötzlich deutlich bessere Wirkung zeigen.

Nährstoffmangel trotz Überfluss

Schon recht früh wurde von den Wissenschaftlern in den USA erkannt, dass die Qualität der Lebensmittel in den industrialisierten Ländern die Gesundheit stark beeinträchtigen kann. Studien zeigen, dass auch in bäuerlich strukturierten Ländern, in denen ernährungsphysiologisch minderwertige Nahrungsmittel eingeführt wurden, zuvor unbekannte Krankheiten auftraten oder bestimmte Krankheitsbilder erheblich zunahmen.

Der Einfluss der Industrialisierung (neue Techniken der Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln, Trennung von Wohnung und Arbeitsplatz, kein eigener Garten, Berufstätigkeit der Frauen) führte zu Veränderungen der Lebensgewohnheiten. Die "Lebensmittelindustrie" hielt ihren Einzug mit Brühwürfeln, Erbswurst, Trockenkartoffeln, Zucker und ausgemahlenem Mehl. Diese Entwicklung setzt sich bis heute ungebremst fort. Mikrowellen-Fertigkost, konservierte Nahrungskonzentrate, gentechnisch veränderte Nahrungsmittel, geschönte und aufgepäppelte, aber ernährungs-physiologisch minderwertige oder sogar schädliche Produkte werden in hoher Zahl konsumiert.

Im deutschen Ernährungsbericht von 1984 wurden z. B. die Vitamine C, B1, B2, B6 und Folsäure als kritische, d. h. nicht ausreichend vorhandene Nährstoffe eingestuft. Unterversorgungen gibt es auch bei Mineralstoffen, der essentiellen Linolsäure und bei Aminosäuren.

Die Massenherstellung von Nahrungsmitteln ist primär industriefreundlich ausgerichtet. Möglichst lange Haltbarkeit wird am billigsten erzielt, indem auch Nährstoffverluste in Kauf genommen werden. Die Nordamerikaner gehören heute zu den qualitativ am schlechtesten ernährten Menschen der Erde, wobei die Zivilisationskrankheiten immer noch ständig zunehmen. Letztlich haben diese Umstände dazu geführt, dass in den USA die Forschung nach den Ursachen dieser besorgniserregenden Entwicklung vorangetrieben wurde und somit der Grundstein für die Orthomolekulare Medizin gelegt wurde.

 

Orthomolekulare Prinzipien sind nicht neu

 

Die klassische Medizin nutzt seit langer Zeit orthomolekulare Therapieansätze. Doch werden die Erkenntnisse und Möglichkeiten der Orthomolekulartherapie bei weitem nicht so intensiv und konsequent genutzt. Darüber hinaus klafft immer noch ein Widerspruch zwischen der praktischen Anwendung und den theoretischen Erkenntnissen. So finden in der Schulmedizin z. B. weder das Element Magnesium noch Zink seinen Platz in der Routinediagnostik bzw. -therapie. Obwohl längst seriös belegt ist, wie bedeutsam heute diese Elemente sind. Man kann getrost von einem erheblich erhöhten Krankheitsrisiko sprechen, wenn solche Elemente im defizitären Bereich liegen oder der Organismus nur unzureichend versorgt ist.

In einigen Ansätzen wird also die –orthomolekulare Therapie - letztlich aber nicht unter dieser Fachbezeichnung- seit langem in der Medizin angewendet, zum Beispiel:

Bei chronischen Schmerzzuständen werden die Vitamine des B-Komplexes (B1, B6 und B12) verabreicht, um die Reparatur der geschädigten und überreizten Nerven zu gewährleisten.

Bei einer bestimmten Form der Blutarmut, der perniziösen Anämie, wird Vitamin B12 zugeführt.

Bei Herzerkrankungen bzw. Herzrhythmusstörungen stabilisiert die Substitution von Magnesium und / oder Kalium.

 Als aktuelles Beispiel für orthomolekulare Therapieansätze in der konservativen Medizin ist noch die Therapie mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure bei einem erhöhten Homocysteinspiegel zu nennen. Die Bestimmung des Homocysteins ist eine moderne Möglichkeit, das arteriosklerotische Risiko eines Patienten zu beurteilen. Zahlreiche Studien belegen, dass ein erhöhter Spiegel dieser Aminosäure im Blut ein wichtiger und unabhängiger Risikofaktor für eine frühzeitig einsetzende Arteriosklerose ist; mit den Folgen einer deutlich erhöhten Herzinfarkt-, Schlaganfall- oder Emboliegefahr.

In den Studien konnte nun belegt werden, dass eine Substitution mit Vitalstoffen Homocystein senkt. Interessant ist die Beobachtung, dass dies trotz normalen Vital-Stoff-Spiegels im Blutserum geschieht. Der Hintergrund ist die Tatsache, dass es sogenannte intrazelluläre Vitalstoffdefizite gibt, die sich der herkömmlichen Serumdiagnostik entziehen, d. h., es muss kein Defizit an diesen Elementen im Blut vorliegen.

Die Orthomolekulare Medizin können wir also getrost als streng wissenschaftlich und interdisziplinär bezeichnen. Betont sei an dieser Stelle, dass "wissenschaftlich" kein Makel ist! Allzu oft werden von manchen Anhängern der Naturheilkunde wissenschaftliche Verfahren über einen Kamm geschert und abgewertet, nur weil sie nicht mit dem Titel "Naturheilkunde" versehen sind.

 

Nährstoffe als Arzneimittel

 

Unser Körper besteht aus ca. 70-100 Billionen Zellen! In jeder Sekunde sterben rund 500 Millionen Zellen und werden in etwa gleicher Menge neu gebildet. In der gleichen Zeiteinheit laufen zigtausend von chemischen Prozessen in jeder Zelle ab. Damit eine solch gigantische Leistung vollbracht werden kann, muss der Organismus regelmäßig und gleichmäßig mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Es ist verständlich, dass die Versorgung mit Mikronährstoffen die Basis der Gesundheit und Leistungsfähigkeit darstellt. Aber nicht nur, dass wir durch einen optimalen Nährstoffstatus eine sehr wirkungsvolle Krankheitsvorbeugung betreiben können, wir können im Krankheitsfall eventuell notwendige Therapien in ihrer Wirksamkeit entscheidend unterstützen. Dies trifft ganz besonders für naturheilkundliche Maßnahmen zu. Damit die therapeutischen Reize beantwortet und wirksam werden können, benötigt der Organismus eine entsprechende Reaktionsfähigkeit. Diese wird maßgeblich von einem ausgeglichenen Vitalstoff-Status mit-bestimmt.

Für die Orthomolekulare Medizin gilt der Grundsatz, dass der Bedarf an Nährstoffen, welcher für die Erhaltung der Gesundheit nötig ist, von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein kann. Diese biochemische Individualität erfordert also eine sehr differenzierte Betrachtungsweise bei der Wahl der richtigen Nährstoffsupplemente und deren Dosierung. Keinesfalls ist der Bedarf bei jedem Menschen gleich. Das Alter, das Geschlecht, genetische Veranlagung, die Lebensumstände, vorliegende oder durchgemachte Erkrankungen, verschiedene allopathische Arzneimittel, Ernährungs- und allgemeine Lebensgewohnheiten verändern den Bedarf an Vitalstoffen. So kann beispielsweise der Bedarf an Vitamin C starken Schwankungen unterliegen. Bei bestimmten Erkrankungen wie z. B. akuten Infekten ist der Bedarf deutlich höher als im gesunden Zustand. Bei einer Therapie mit Acetylsalicylsäure (Aspirin) und/oder Antibiotika (Tetracycline) kommt es zu einer erhöhten Vitamin C-Ausscheidung. Aus diesem Grunde gilt die orthomolekulare Empfehlung, Vitamin C in einer Dosierung von ca. 400-600 mg zum Ausgleich der Verluste einzunehmen.

Noch ein Beispiel: Raucher haben erheblich erniedrigte Vitamin C- und Beta-Carotin-Spiegel im Blut. Neueste Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass dadurch das Risiko an Bronchial-Krebs zu erkranken, erheblich höher liegt als bei Nichtrauchern. Somit wird Rauchern dringend angeraten, diese Vitamine in Form einer Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen.

 

Darm und Ernährung

 

Die Bedeutung des Darms für unsere Gesundheit wird heute wohl kaum noch jemand ernsthaft bezweifeln. Die gravierenden Dysbiosen (fehlerhafte Zusammensetzung der Darmkeime) haben in der Zeit der Fastfood-Ernährung, der Antibiotikatherapien und des täglichen Stresses gravierend zugenommen. Darmschleimhautveränderungen durch künstliche Ernährung mit artfremdem Eiweiß im Säuglingsalter finden sich bei einer riesigen Anzahl von Patienten der orthomolekular arbeitenden Therapeuten. Letztlich führten diese Umstände - auch unserer heute industriell veränderten Nahrungsmittel - zu einer Veränderung der Aufnahmefähigkeit der Darmschleimhäute. Darüber hinaus wissen wir auch, dass durch eine massive Fehlbesiedelung des Darms Mikronährstoffe von der pathogenen, also krankhaften, Bakterienflora "geraubt" werden. Also kann auch somit einer Unterversorgung z. B. mit bestimmten Vitalstoffen Vorschub geleistet werden.

 

Die Therapie mit Megadosen (sehr hoher Dosierung):

 

In der Orthomolekularen Medizin wird nicht selten mit ausgesprochen hohen Dosen bestimmter Nährstoffe therapiert. Sinn und Zweck solcher Maßnahmen ist das Ausnutzen pharmakologischer Effekte, die von den Vitalstoffen in hohen Dosen ausgehen. Am bekanntesten ist die Megadosistherapie mittels Vitamin C-Infusionen. Dabei können zur Therapie deutlich über 50 Gramm Vitamin C intravenös verabreicht werden. Eine erhebliche Immunstimulation, ausgeprägte Entgiftungsvorgänge und antivirale Wirkungen sind die Folge, die man z. B. sehr gut zur Behandlung von Virusinfektionen wie z.B. Virusgrippe oder Herpesinfektionen ausnutzen kann. Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt geworden.

Auch Magnesium kann in hohen Dosen als wirksames Therapeutikum genutzt werden, vornehmlich bei Depressionen, zur Entspannung und Entkrampfung. So hat sich die Therapie mit Magnesium auch bei vorzeitigen Wehen im Sinne eines Schwangerschaftsschutzes bewährt. An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass auch bei normalen Blutwerten ein intrazellulärer Mangel vorliegen kann.

 

Was können wir für Sie tun?

 

Die Möglichkeiten, durch die Substitution (Einnahme) von Vitalstoffen auf die Entwicklung, den Genesungsprozess, die- Vorbeugung und letztlich natürlich auf den übermäßigen Einsatz von allopathischer Arznei der Schulmedizin - vor allem Antibiotika - einzuwirken, sind gerade in der heutigen Zeit herausragend. Leider trägt unser System der gesetzlichen Krankenkassen endgültig dazu bei, dass Nährstoffdefizite übersehen werden. Die notwendige Labortechnik sowie die Untersuchung des gesamten Blutes im Überblick fällt aus dem festgelegten Laborrahmen heraus und steht somit dem Kassenarzt nicht routinemäßig zur Verfügung. Dies gilt auch für die umfassende orthomolekulare Beratung.

Der Therapie mit Vitalstoffen sollte - wenn nicht direkter Mangel diagnostiziert werden kann – die ausführliche Erhebung einer Kranken-/Vorgeschichte vorausgehen, damit wir uns einen Überblick über Ihren Vitalstoff-Versorgungsstatus machen können.

Mögliche Resorptionsschwächen (Dysbiosen, Dammschleimhaut-Entzündungen, Bauchspeicheldrüseninsuffizienz etc.); Umweltbelastungen oder eventuelle Einwirkungen von Medikamenten werden überprüft, eventuell ergänzt durch die Stoffwechselanalyse nach Prof. Vincent. Bestehen spezielle berufliche oder sonstige Belastungen? Arbeiten Sie mit Schadstoffen? Falls Sie Ergebnisse von Voruntersuchungen zur Hand haben, bringen Sie diese zum Gespräch mit.

Und nicht zuletzt- vereinbaren Sie einen Termin und bringen Sie etwas Zeit mit, eine gute Orthomolekulare Beratung ist sehr ausführlich.