
Systemisch wirksame oral applizierte Enzyme /
Enzymkombinationen zum Einsatz bei Krebs
Enzyme (spezifische Eiweiße mit Katalysatorfunktion) regulieren den Stoffwechsel von lebenden Organismen. Ihre Anwendung am Menschen in verschiedenen Einsatzgebieten wurzelt in der Erfahrungsheilkunde. Hier werden Therapieverfahren eingesetzt, welche auch bei Langzeitanwendung den Organismus nicht zusätzlich belasten, sondern vielmehr die körpereigenen Heilkräfte anregen. Dadurch wird das Immunsystem in die Lage versetzt, seine Kontrollfunktion voll auszuüben.
Tumorzellen können sich in erster Linie deswegen vermehren und über den Körper ausbreiten (Metastasenbildung), weil das bei Tumorpatienten geschwächte Abwehrsystem (Immunsystem) Tumorzellen nicht als bösartig erkennt und daher auch nicht zur Abwehr fähig ist. Das Abwehrsystem läßt sich in verschiedene Bereiche unterteilen: Sogenannte natürliche Killerzellen (NK-Zellen) erkennen Krebszellen und töten sie ab. Ähnlich arbeiten die Makrophagen. Zytotoxische T-Zellen (Lymphozyten) hingegen benötigen die Hilfe von monozyten-artigen Zellen (sog. dendritische Zellen), welche ihnen Teile des zu vernichtenden Feindes im wahrsten Sinne des Wortes präsentieren. Krebszellen aber haben Schutzmechanismen entwickelt, mit welchen sie solche Abwehrzellen gezielt hemmen. Dazu produzieren sie Zell-Botenstoffe (Cytokine).
Als einen solchen Hemmstoff erkannte man unlängst TGFb. Die meisten Krebszellen bilden den Zellbotenstoff TGFb in sehr hohen Mengen. Dieser Stoff ist u. a. dafür verantwortlich, dass der Tumor die für sein Wachstum erforderliche Blutversorgung erhält, er regt nämlich die Gefäßneubildung an. Ein im Blut des Menschen vorhandenes sogenanntes Transporteinweiß (a2 Makroglobulin) kann TGFb binden und eliminieren. Dieses Transporteiweiß muss aber erst aktiviert werden. Es konnte nachgewiesen werden, dass Enzyme, die sich an dieses Transporteiweiß binden, diese Aktivierung bewirken: TGFb kann dann rasch eliminiert werden.
Für den an Krebs erkrankten Patienten sind diese immunologischen Zusammenhänge von entscheidender Bedeutung.
Aus klinischen Untersuchungen an Patienten mit Brustkrebs und Darmkrebs hat sich eine signifikante Besserung der Lebensqualität selbst bei fortgeschrittenem Stadium ergeben. Die Infektabwehr wurde erhöht, der Appetit nahm zu, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit besserten sich. Die durch die Standardtherapie (Chemotherapie/Bestrahlung) hervorgerufenen Nebenwirkungen wie z. B. Übelkeit und Brechreiz waren in Schweregrad und Häufigkeit des Auftretens vermindert. Bei der durch Arzt und Patient getrennt erhobenen Beurteilung der Verträglichkeit dieser Therapie ergab sich ein besonders positives Bild für Enzyme. Die Nebenwirkungen wurden durch die Enzyme deutlich vermindert.
Für Patienten mit Multiplem Myelom ergab sich aus den Studien ein deutlicher Zugewinn an Lebensjahren (im Vergleich zur Standardtherapie mit Zytostatika von mehr als 3 Jahren im Krankheitsstadium III). Dies hat dazu geführt, dass die amerikanische Zulassungsbehörde dem Enzymkombinationspräparat einen Orphan drug-Status zuerkannt hat.
In einer prospektiven Studie an Patienten mit HNO-Tumoren wurden die während einer Bestrahlung auftretenden Nebenwirkungen (v. a. Mukositis) untersucht. Bei Patienten mit Enzymen waren die Nebenwirkungen geringer und die Heilungstendenz besser. Ein ähnliches Ergebnis erbrachte eine Studie mit an Gebärmutterhalskrebs (Cervixcarcinom) erkrankten und deshalb bestrahlten Patientinnen. Positive Erfahrungsberichte bzw. ältere Studien mit Enzymen liegen auch für Bronchial-Ca., Magen-Ca. und vor allem für das Pankreas-Ca. vor.
Aus mehreren Studien (doppelblinde und ungeblindete) ist zudem die gute Wirkung von Enzymen und Rutin beim sekundären Lymphödem nach Brustentfernung wegen Brustkrebs bekannt. Besonders das so belastende Spannungsgefühl nahm signifikant ab.
Mehrere prospektive Studien weisen eine hervorragende Wirkung bei der Erkrankung durch Zosterviren (Herpes zoster) nach, die infolge von chemotherapiebedingter Abwehrschwäche auftreten kann.
Kombinationen mit Mistelpeptiden, Thymuspräparaten, orthomolekularen Substanzen (Vitamine, Spurenelemente), Überwärmung (Hyperthermie) und anderen Methoden sind durchaus sinnvoll. Wenn gerinnungshemmende Substanzen eingesetzt werden, sollte vor der Einnahme von Enzympräparaten stets der Arzt befragt werden.
Zusammenfassung: Enzymkombinationen können bei Tumorpatienten das Abwehrsystem stärken gegenüber Tumorzellen, reduzieren Neben-wirkungen der Standardtherapien und verbessern All-gemeinbefinden und Lebensqualität der Tumorpatienten. Bei einzelnen Tumoren wird dadurch auch ein Zugewinn an Lebensjahren erreicht.
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