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Osteopathie

Die Osteopathie

 

Ist eine absolut sanfte, einfühlsame manualmedizinische Methode mit der viele austherapierte Erkrankungen behandelt werden können.

Der Amerikaner Dr. Andrew Taylor Still 1828 – 1917 entwickelte die Osteopathie aus der Auseinandersetzung mit der zur damaligen Zeit betriebenen Medizin und der Unzufriedenheit über die Medikamentenverordnungen wie Quecksilber, Laxantien, übertriebenen Aderlässe und anderen Methoden. Dr. Still, geboren als Sohn eines Landarztes und Methodisten in Virginia, USA, kam schon früh als Begleiter seines ‚Vaters mit Patienten in Berührung. Schnell entwickelte er eine Faszination für Anatomie. Dr. Still erwarb sich sine medizinische Fertigkeiten, wie damals üblich, durch Beobachtung anderer Ärzte, durch Selbststudium und Kurse an der medizinischen Universität von Kansas City. Später wurde ihm der Grad Medical Doctor MD vom Staat Missouri verliehen. Neben seiner Tätigkeit als Arzt betrieb er erfolgreich eine kleine Farm. Sein scharfer Verstand ließ ihn im Bereich des Landmaschinenbaus neue Konzepte entwickeln, auf die er mehrere Patente hielt. Im Jahre 1874 trat er mit seinen philosophischen und praktischen Grundlagen der Osteopathie in Kirksville, Missouri zum ersten mal an die Öffentlichkeit.

 

Die osteopathische Medizin versteht den Körper als Einheit, geht von Selbstheilungskräften aus und sieht eine gegenseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion. Der Körper wird in drei zusammengehörige anatomische Systeme gegliedert:

Das Parietale System beschreibt das Stütz – und Haltesystem des Körpers mit Skelettsystem, Knochen, Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskulatur. Parietal arbeiten auch Chirotherapeuten, Chiropraktiker und Physiotherapeuten.

 

Das Viszerale System umfaßt die inneren Organe mit ihren Faszienauskleidungen und Anheftungen an Peritoneum, Pleura und Mediastinum. Zugehörig zu diesen großen Körperhöhlen sind das Vaskuläre, Neuronale und Lymphatische System. Der viszerale Rhythmus wird von Osteopathen als von anderen Rhythmen( Atmung, Pulsschlag, Peristaltik, etc. ) unabhängig angesehen. Die Eigenschwingung der viszeralen Organe liegt bei einem Zyklus von 4 – 8 Schwingungen pro Minute.

 

Das Craniosakrale System umfaßt den Schädel, das Zentralnervensystem, das Rückenmark mit seinen Durahüllen, die Hirnflüssigkeit und die Rückenmarksflüssigkeit sowie das Kreuzbein. Die Grundlage ist die Idee, dass die Schädelnähte nicht wie von der Anatomie angenommen im Laufe des Lebens verknöchern, sondern die Schädelknochen mittels Bandhaften miteinander verbunden sind, die ein wenn auch minimales, so doch gelenkiges Spiel miteinander  zu lassen. Detaillierte anatomische Forschungen ließen ein Verständnis für die Komplexität des intrakraniellen membranbösen Systems entstehen, welches die Hirnhäute von Kreuzbein bis zum Schädeldach zu einer Organisationsstruktur verbindet. Der wichtige Craniosakrale Rhythmus bezeichnet die Fluktuation der Hirn und Rückenmarksflüssigkeit mit einem Zyklus von 6 – 12 pro Minute. Die kraniosakrale Behandlungsform wurde durch William Garner Sutherland ( 1873 – 1954 ) eingeführt.

 

In Europa wurde die Osteopathie durch J. M. Littlejohn etabliert. 1917 wurde die erste Schule in England gegründet. 1957 wurde unter Leitung von Paul Geny die “Ecole Francaise d`Osteopathie“ aufgebaut. 1960 musste auf Grund von staatlichen Repressalien die Schule nach Maidstone, England verlegt werden und führte zur Gründung der „European School of Osteopathy“. In den letzten Jahren erlebt die Osteopathie auf Grund hervorragender Resultate eine enorme Verbreitung.